Presse

Experimenteller Jazzrock - Binger Wochenblatt 6. Januar 2011

Die Jazzinitiative Bingen beginnt ihre Veranstaltungen im neuen Jahr am Freitag, 14. Januar, 20 Uhr, mit einem Konzert der Koblenzer Jazzband TRIOWABOHU auf der Binger Bühne in der Martinstarße. Einlass ist ab 19 Uhr.

BINGEN (red) - Die drei Musiker Thomas Schmittinger (Gitarre), Christian Mohrhenn (Schlagzeug) und Jonas Bareiter (Bass) taten sich im Spätsommer 2006 mit derm schreiben und zu spielen. Der Fokus liegt dabei auf hoher Virtuosität und freier Improvisation und verbindet eingängige Melodien mit experimentallem Sound und Modernen Harmonien. TRIOWABOHU vereinen in Ihrer Musik experimentellen Jazz und Rock, kombinieren folkloistisch-elegische Melodien mit energetischen Rhythmen, stellen Bilder und Stimmungen ins Zentrum ihrer Komposition und betten diese in einen ganz eigenen, warmen, weiten und offenen Sound. Bei ihren elektrisierenden Konzerten entstehen so Impressionen voller Vielfalt und Dynamik.
TRIOWABOHU spechen ihre eigene Sprache und der intensive Dialog der Musiker erschafft einen Gruppensound, der dicht am Puls der Zeit schlägt.
In einen Konzert zusammen mit Jasper van’t Hof fand die Laufbahn der Band einen einstweiligen Höhenpunkt. Der kraftvollen Atmosphere konnte sich auch hier niemand entziehen.
Bei ihren elektrisierenden Konzerten entstehen so Impressionen voller Vielfalt und Dynamik. Mit dem im Frühjahr 2008 veröffentlichten Album “SHORT STORIES” machen sie ihre Musik erstmals einem breuten Publikum zugänglich. Nach dem ist nun im November 2010 das zweite Album “OPEN DOORS” erschinen.

Jazzkonzert der Gruppe „Triowabohu“ am 14.01.2011 Nomen NON est Omen

Die Musik der Gruppe „Triowabohu“ entsprach so gar nicht den Erwartungen, die der Name eventuell hätte hervorrufen können. Sicherlich bleibt jedem Instrumentalisten innerhalb eines Trios viel Freiheit und „Spielraum“. Aber was die drei Musiker an diesem Abend auf die Binger Bühne zauberten war sehr koordiniert. Viele Stücke waren zudem ausgesprochen ruhig und, für die zahlreich erschienen Zuhörer, mit einem angenehmen, nicht überdrehten Sound. Dies auch sicherlich dank einer ausgewogenen Abmischung durch den Toningenieur der Binger Bühne Joachim „Aki“ Galizdörfer. Das Zusammenspiel der drei Musiker war perfekt!

Die sich daraus entwickelnde Klangmelange war kompakt, abwechslungsreich und nicht zu eingängig um langweilig zu werden. Das Spiel nicht zu verkopft sondern emotional und körperbetont. Auch sehr erdig das Spiel des Bassisten Jonas Bareiter, der ein ums andere Mal mit dann sphärischen Bassoli ausbrach und glänzte. Akzentuiert und tragend die Technik von Schlagzeuger Christian Mohrhenn. Variantenreich und nicht zu sehr im Vordergrund stand Gitarrist Thomas Schmittinger, der auch für die Kompositionen der Gruppe verantwortlich zeichnet. Triowabohu überzeugte mit einer gekonnten Mischung aus zeitgenössischem und experimentellem Jazz, elektrisierend und frisch, mit rockigen Anklängen von Pink Floyd bis Frank Zappa, also einer Musik, die man treffend als Fusion-Jazz bezeichnen kann. Herausragend das Stück „The Hedgehog“ mit äußerst dynamischen Wechseln von Ruhe und Drive, bei dem alle drei Musiker ihr ganzes Können darboten. Mit dem begeisternden Stück „Through the Stomache“ zogen Triowabohu das Publikum endgültig auf ihre Seite und entließ die Band nicht ohne Zugaben von der Bühne.

Malen mit Noten - 20.10.2009 - MAINZ

ELECTRIC JAZZ "Triowabohu" im Haus der Jugend

(fb). Zurück im Haus der Jugend bot die Mainzer Jazz Initiative (JIM) zur Saisoneröffnung Electric Jazz vom Feinsten. Die Musiker von "Triowabohu" leben nahe der belgisch-holländischen Grenze und sind so in Sachen Jazz Grenzgänger wie Kosmopoliten.

Auch wenn die Band erst seit Sommer 2006 existiert, haben sie schon zahlreiche Auslandsgastspiele auf dem Buckel, die allerdings meist kürzere Anfahrtswege hatten als Mainz. Als Jazzrock-Combo angekündigt, verwahren sie sich mittlerweile gegen den einengenden Begriff. Immerhin haben sie sich vom Punkjazz über Jazzrock zum intellektuell reflektierten abstrakten Electric Jazz entwickelt, der von Folklore bis Freejazz zahlreiche Einflüsse aufweist. Ohne die Stücke einem eindeutigen Stil zuordnen zu können, schaffen sie eine jeweils eigene Atmosphäre, die durch den Abend trägt. Gitarrist und Komponist Thomas Schmittinger bezeichnet seine Arbeit als Malen mit Noten. Dass dabei nicht jeder Klecks akademisch fundiert sein muss, versteht sich von selbst.

Spontane Änderungen im rhythmisch-harmonischen Gefüge bleiben nicht aus und Melodielinien können schon mal an der Atonalität entlang schrammen. Für den dazu gehörigen Sound und Groove sind Bassist Jonas Bareiter und Drummer Christian Mohrhenn zuständig, zu denen Schmittinger seine folkloristischen oder der Jazzgeschichte abgetrotzen Impressionen und Improvisationen voll ausleben kann. Jenseits der rhythmisch wie harmonisch komplexen Themen gibt er weiten Raum für Improvisationen und zaubert immer neue überraschende melodische Wendungen aus seiner Fender-Gitarre.